Polditzer Orgelverein

Events

The Fairy Queen – Ein Sommernachtstraum

Polditz-Batzdorfer-Hofkapelle
Ladegastorgelwoche
  • Date: 21. Mai 2018
  • Time: 19:30
  • Location: Kirche Polditz

21. Polditzer Orgelwoche 21. – 27. Mai 2018

The Fairy Queen

Ein Sommernachtstraum
mit Musik von Henry Purcell und Texten von Franz Fühmann und Erich Fried

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Viola Blache – Sopran
Carsten Linke – Sprecher

Batzdorfer Hofkapelle auf historichen Instrumenten
Daniel Deuter – Violine
Anne Kaun – Violine
Caroline Kersten – Viola
Bernhard Hentrich – Violoncello
Tobias Schade – Cembalo
Stephan Rath – Laute und Leitung

 

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Konzertprogramm

Zum Einlass
First Music, Hornpipe
Second Music, Air
Second Music, Rondeau

Prolog
The Staircase Ouverture, anonym
“ If Love’s a sweet passion“
Canzona aus der Triosonate C-Dur, Z 795
„She loves and she confesses too“

1. Kapitel
Vom Krieg der Elfen, 4 unglücklich Liebenden und der Flucht Hermias und Lysanders

Dance for the followers of the night
„See, even night“
„One charming night“
„Hush, no more“

2. Kapitel

In dem durch Zauberei die Liebespaare vertauscht werden und der Handwerksmeister Zettel als Esel verwandelt in den Armen der verblendeten Elfenkönigin das Paradies findet

Prelude
Monkey’s Dance
Dance for the Fairies
Dance for the green men
Hornpipe
„The Plaint“

3. Kapitel

Wo die Verwirrung unentwirrbar wird, das Unglück zum Höhepunkt kommt und bevor die Katastrophe passiert, der Spuk ein Ende finden muss.

Prelude
Spring: „Thus the ever grateful spring“
Summer: „Here’s the summer, sprightly, gay“
Autumn: „See, see the many colour’d fields“
Winter: „What power art thou“ aus King Arthur

4. Kapitel
Hier heiraten alle

 

Epilog
Zettels Traum

„Fairest isle“ aus King Arthur

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„Manche nämlich, die das Stück sehen wollten, störte die Musik, andere hingegen, denen besonders viel an der Musik lag, wollten nicht die Unterbrechungen hinnehmen, die durch soviel gesprochenen Dialog entstanden; also ist es am besten, beide Gattungen völlig voneinander zu trennen“ So kennzeichnet Roger North (1653-1734) den Geburtsfehler der zwitterhaften Gattung der „semi-opera“, der „Halb-Oper“. Anerkannter Großmeister dieser Musiktheaterform war Henry Purcell (1659-1695). Als Musikdramatiker heute hauptsächlich durch seine damals fast völlig unbekannte Minioper „Dido and Aeneas“ im Bewusstsein, war er zu seinen Lebzeiten hingegen berühmt für seine semi-operas „Diocletian“, „King Arthur“ und Fairy Queen“. Was sind die Wurzeln dieser Art des Theaters? In den 20 Jahren Bürgerkrieg und Herrschaft Oliver Cromwells von 1640-1660 bis zur Wiederherstellung der Monarchie waren alle Theater in England geschlossen und auch andere Unterhaltungen und Belustigungen verboten. Mit der Rückkehr Karl II. auf dem Königsthron 1660 standen die Theatertüren wieder offen. Doch was spielen? Neue Stücke gab es nach 20 Jahren Aufführungsverbot noch nicht! Man griff auf die bewährten Dramatiker des frühen 17. Jahrhunderts zurück, allen voran auf William Shakespeare. Die Stücke dieser Schriftsteller wurden zum Teil radikal dem neuen Zeitgeist inhaltlich und sprachlich angepasst. Vor allem der Musik mit Gesangs-, Tanz- und Instrumentaleinlagen wurde großer Raum gewährt, mit zum Teil bis zu 2 Stunden Dauer – neben dem eigentlichen Theaterstück! Da die Handlung von den Schauspielern in gesprochenen Dialogen dargestellt wurde, konnte man nicht von wirklichen Opern sprechen und der oben zitierte Roger North schuf den Begriff der „semi-opera“ für dieses janusköpfige Gebilde.

Mit unserer „Fairy Queen“ wagen wir den Versuch einer kammermusikalisch verkleinerten „semi-opera“. Gewissermaßen eine „semi-semi-opera“, in der das Geschehen nicht auf breiter Bühne mit Kulissenwechsel, großartigen Maschineneffekten, glanzvoller Ausstattung, vollem Orchester, Sänger- und Schauspielerensemble dargestellt wird, sondern mit einem Schauspieler, einer Sängerin und Kammermusikgruppe eine Theaterwelt in der Vorstellung der Zuhörer hervorgelockt werden soll. Nicht durch das Auge, durch das Ohr, einem „Live-Hörbuch“ gleich verfolgen wir die Welt im mitsommerlichen Zauberwald. Die Texte stammen aus „Ein Sommernachtstraum, nach William Shakespeare, von Franz Fühmann für junge Leser erzählt“. Die Musikauswahl bedient sich hauptsächlich aus „Fairy Queen“ und für 2 Stücke aus „King Arthur“ von Henry Purcell.