Polditzer Orgelverein

Events

Leipziger Concert

Klopstock_Leipziger-Concert
Orgelwoche
  • Date: 4. Juni 2017
  • Time: 19:30
  • Location: Kirche Polditz

21. Polditzer Ladegastorgelwoche vom 4. – 11. Juni 2017

„So höret meinen Gesang …“
Klopstockvertonungen von G. Ph. Telemann und J. H. Rolle

Leipziger Concert
Johannes Rauterberg (Trompete 1), Fabian Zocher (Trompete 2), Thomas McColl (Trompete 3), Stefan Stopora (Pauken), Ulrike Wolf (Traversflöte 1), Fanni Szekely (Traversflöte 2), Markus Müller (Oboe 1), Robert Matthes (Oboe 2), Michaela Bieglerova (Fagott), Anne Kaun (Violine 1), Uwe Ulbrich (Violine 2), Christine Trinks (Viola), Siegfried Pank (Violoncello), Felix Görg (Violine), Zita Mikijanska (Cembalo), Siegfried Pank (Musikalische Leitung)

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Programm

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Zwei Auszüge aus Klopstocks Messias  TWV 6:4
„Sing unsterbliche Seele“ (1. Gesang, Vers 1-42) für Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Traversflöten, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo
„Mirjam und deine Demut Debora“ (10. Gesang, Vers 480-523) für Sopran, Alt, zwei Traversflöten, Oboe d’amore, zwei Oboen, Fagott, Violino concertato, Streicher und Basso continuo
(Leihmaterial: Stiftung Kloster Michaelstein)

Johann Heinrich Rolle (1716-1785)
David und Jonathan.  Eine Musikalische Elegie
für Sopran, Tenor, zwei Oboen, zwei Traversflöten, Streicher und Basso continuo
Text: Friedrich Gottlieb Klopstock
(Leihmaterial: Zentrum für Telemann-Pflege und  -Forschung Magdeburg)

Pause

Georg Philipp Telemann
Komm, Geist des Herrn  Kantate auf Pfingsten (1759), TWV 1:999
für Sopran, Alt, Tenor, Bass, drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo
Text: unbekannter Textdichter / Friedrich Gottlieb Klopstock (Choräle)
(Leihmaterial: Zentrum für Telemann-Pflege und –Forschung Magdeburg)

 

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Componieren soll ich das? Das ist schon Musik (J.A.P. Schulz über Klopstocks Messias)

Goethe hat ihn verehrt und ließ in seinem Werther den Titelhelden für ihn schwärmen; sein dichterisches Werk inspirierte Musiker von Telemann über Gustav Mahler (denkt man an dessen 2. Sinfonie) bis in die Gegenwart: Friedrich Gottlieb Klopstock (geb. 1724 in Quedlinburg, gest. 1803 in Hamburg). Klopstocks Ideal der antiken Dichtung ist in seinem als deutsches Nationalepos geplanten Messias hörbar, das konsequent in Hexametern verfasst ist. Für Georg Philipp Telemann bot Klopstocks Poesie neue Möglichkeiten, und auch Klopstock war sicher daran interessiert, seine Texte von einem erfahrenen Komponisten wie Telemann in Musik gesetzt zu erhalten. Mit der in den 1750er Jahren entstandenen Vertonung von Auszügen aus Klopstocks Messias betrat Telemann in musikalischer Sicht Neuland. Die traditionelle Abfolge Rezitativ – Arie war nicht mehr anwendbar. Telemann musste den Text unter genauester Beachtung des Versmaßes durchkomponieren, wobei er ihn in Abschnitte untergliederte, die durch instrumentale Zwischenspiele voneinander abgesetzt sind. Die sensibel die Stimmung des Textes erfassende Musik weist dabei stilistisch weit in das 18. Jahrhundert, in die Zeit der Empfindsamkeit. – Klopstocks Musikalische Elegie David und Jonathan bezieht sich auf Davids Klagelied über Saul und dessen Sohn Jonathan nach dem 2. Buch Samuelis, Kap. 1, Vers 17ff. Klopstock lässt in seiner Dichtung den gefallenen Jonathan lebendig werden und ihn in die Klage Davids einstimmen – ein ergreifender Dialog zweier Helden, die sich nun aus verschiedenen Welten begegnen. Der – wie Klopstock in Quedlinburg geborene – Magdeburger Musikdirektor Johann Heinrich Rolle konnte sich bei seiner Vertonung an Telemanns Vorbild orientieren, schuf aber eine ganz eigene Komposition, an der  – wie seine Zeitgenossen schrieben – Klopstock „seine rückhaltlose Freude gehabt haben“ dürfte. – Der Textdichter der von Telemann 1759 komponierten Kantate „Komm, Geist des Herrn“ ist nicht bekannt. Doch hatte der Dichter Klopstocks Neufassung des alten lateinischen Pfingsthymnus „Veni, sancte spiritus“ eingefügt. Teilweise verwendete man damals in Hamburg anstelle Klopstocks Version das ältere Kirchenlied Luthers. Thomas Kauba

 

Julla von Landsberg, in München geboren, begann ihre musikalische Ausbildung bei ihren Eltern sowie in der Städtische Sing- und Musikschule in Landsberg am Lech. Das Gesangsstudium führte sie an das Münchner Konservatorium zu Frieder Lang. In ihrer dortigen Studienzeit sammelte sie Bühnenerfahrung am Freien Landestheater Bayern, lernte im Via Nova Chor unter Kurt Suttner moderne Chormusik kennen und war in der Bayerischen Singakademie bei szenischen Projekten tätig. Dort arbeitete sie mit Johannes Weiß und Georg Blüml zusammen, welche ihr Interesse an der Alten Musik weckten. Dies hatte zur Folge, dass sie kurz darauf nach Trossingen an das Institut für Alte Musik zu Christian Hilz wechselte, um sich mehr mit Musik vor 1800 zu beschäftigen. Mit drei Kommilitonen gründeten sie „Santenay“, ein Ensemble für Musik des Mittelalters und der Frührenaissance. 2005 wechselte sie die Hochschule und begab sich nach Leipzig, um bei Elvira Dreßen Gesang für Musiktheater zu studieren, welches sie im April 2009 erfolgreich beendete.
Konzerttätigkeiten führten sie bereits durch ganz Europa, vorwiegend mit Repertoire vor 1800. Erste CD Produktionen wie Händels Oratorium Semele, bei welchem sie als Iris und Cupido auftrat, ergaben sich mit dem Barockorchester Frankfurt unter Jochen Martini; mit Musica Alta Ripa unter Ralf Popken nahm sie den Engel in der Weihnachsthistorie von Heinrich Schütz auf.
Als Mitglied des Ensembles Santenay veröffentlichte sie 2008 ihre Debut CD mit Musik des Mittelalters.

Susanne Langner studierte am Mozarteum Salzburg bei Prof. KS E. Wilke Gesang und absolvierte 2006 mit Auszeichnung.
Sie ist mehrfache Preisträgerin und Finalistin internationaler Wettbewerbe. So gewann sie 2004 Publikumspreis und Sonderpreis des Internationalen Bachwettbewerbes Leipzig und 2007 den Pfitznerpreis der Stadt Weiden.
Als Spezialistin für Barockmusik führen sie zahlreiche Konzertverpflichtungen ins In-und Ausland, wo sie mit namhaften Ensembles wie dem Thomanerchor Leipzig, dem Kreuzchor Dresden, dem Freiburger Barockorchester, Concerto Köln, dem Wroclaw Baroque Orchestra, der Lautten Compagney Berlin und der Akademie für Alte Musik Berlin musiziert.

Stephan Scherpe sammelte erste sängerische Erfahrungen in der Domkantorei seiner Geburtsstadt Merseburg. Bis 2013 studierte er klassischen Gesang bei Juliane Claus an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) und Prof. Berthold Schmid an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig. Seine Ausbildung vertieft er in Kursen und Meisterklassen bei renommierten Gesangspädagogen und anerkannten Interpreten wie z. B. Prof. KS Regina Werner-Dietrich, Sigrid T’Hooft, Phillip Moll, Gerd Türk, Prof. Rudolf Piernay, James Taylor, Prof. KS Julie Kaufmann und Werner Güra. Darüber hinaus wurde er mit einem Erasmus-Stipendium ausgezeichnet und konnte bei Gianni Fabbrini am Conservatorio di Musica »Luigi Cherubini« in Florenz weitere wichtige Impulse für sein künstlerisches Schaffen erhalten.
Stephan Scherpe ist hauptsächlich im konzertanten Bereich zu erleben. Dabei kann er auf ein Repertoire von Schütz bis Dupré zurückgreifen. Seine besondere Vorliebe gilt der Interpretation der Vokalwerke Johann Sebastian Bachs, aber auch romantischen Kompositionen widmet er sich mit großem Interesse. Engagements führten den Sänger bisher u. a. zu bedeutenden Musikfestivals, wie zur Bachwoche und zum Musikfest Stuttgart, den Händelfestspielen Halle (Saale), zum Bachfest, zu den Mendelssohn-Festtagen und zur Schumann-Festwoche Leipzig, zu den Thüringer Bachwochen, zu den Bachtagen der Frauenkirche zu Dresden sowie in die Schweiz, nach Belgien, Dänemark und Italien.
Seit November 2014 liegt eine CD-Einspielung des Bachschen Weihnachts-Oratoriums mit dem belgischen Barockensemble La petite bande unter Leitung von Sigiswald Kuijken vor. Mit diesem Ensemble unternahm der Tenor im März 2015 mit der Johannes-Passion Konzertreisen nach Monte-Carlo, Amsterdam und Maasmechelen in Belgien.
Erfahrungen im Musiktheater konnte Stephan Scherpe bereits in verschiedenen Inszenierungen während seines Studiums sammeln. So übernahm er z. B. beim Leipziger Bachfest 2010 in Heinichens wiederentdeckter Oper »Die lybische Talestris« die Partie des Marton sowie bei den Opernfestspielen 2011 in Bad Hersfeld die Partie des Conte Almaviva in Rossinis »Il barbiere di Siviglia«.
Im Jahr 2016 trat der Sänger u. a. mit Schuberts »Winterreise« in Neudorf/Sehmatal sowie auf einer Japan-Tournee mit La petite bande und der Bachschen Matthäus-Passion auf.

Ingolf Seidel, geb. in Leipzig, begann seine musikalische Ausbildung bei den „Dresdner Kapellknaben“. Er studierte Gesang  bei Frau Prof. Heidi Petzold an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden und schloss ein Aufbaustudium im Fach Oper „Mit Auszeichnung“ ab. Meisterkurse bei Brigitte Fassbaender, Sir Colin Davis, Walter Berry und Olaf Bär ergänzten seine musikalische Ausbildung. Im Bereich der Alten Musik arbeitet er mit verschiedenen Ensembles, u.a. der „Akademie für Alte Musik“ Berlin oder dem „Ensemble Alte Musik“ Dresden, wobei Rundfunk- und CD-Aufnahmen entstanden.

Das 1997 gegründete Ensemble Leipziger Concert verfolgt ein nach heutigen Erkenntnissen denkbares Klangbild der Barockzeit. Dabei greift es zurück auf die Erfahrungen seiner Mitglieder, einem festen Stamm aus Dozenten und Absolventen des Studiengangs Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig. In der Konzeption der Programme werden vor allem Werke aus der reichen Tradition des sächsischen und mitteldeutschen Raumes berücksichtigt. Dabei steht das Ensemble in langjähriger enger Verbindung mit dem Institut für Musikwissenschaft, dem Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig sowie dem Bach-Archiv Leipzig.

Für den Bachsaal des Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig spielte das Ensemble im Bachjahr 2000 auf den verfügbaren historischen Originalinstrumenten Klangbeispiele ein, die als CD  veröffentlicht wurden (Entwurff einer wohlbestallten Music, Raumklang, RK 2001). Eine Rundfunkproduktion beim Mitteldeutscchen Rundfunk mit Kammermusik von Johann Ludwig Krebs erschien im Jahr 2004 als CD (Johann Ludwig Krebs – Sinfonien & Sonaten, querstand VKJK 0519). Im vergangenen Jahr konnte das Ensemble seine dritte CD präsentieren, eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Museum für Musikinstrumente und dem Bach-Archiv Leipzig: Musikalische Morgenunterhaltung mit musikalischen Raritäten des 19. Jahrhunderts (Raumklang, RK 3107), gespielt auf zum Teil beinahe vergessenen Instrumenten jener Zeit.

Die vierte CD „So höret meinen Gesang“  mit Klopstockvertonungen von G.Ph.Telemann und J.H.Rolle erschien im März 2016 (Raumklang RK, 3107). Sie erhielt in den nationalen wie auch internationalen Medien  hervorragende Besprechungen.